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08:21 24.04.2021
Maske und Abstand – die Regeln gelten natürlich auch weiterhin. FOTOS: PIXABAY

Die Sonne bei einem Schluck Kaffee oder Tee genießen, zusammen ein Stück Kuchen am Tisch vor einem Café essen oder sich selbst mit einem guten Glas Wein, einer Pizza oder einer selbstgemachten Pasta vom Lieblingsitaliener verwöhnen. Das, was jedes Jahr – vor allem im Frühling und Sommer – für alle völlig normal war, ist momentan längst nicht selbstverständlich.

Doch ein Stückchen Normalität ist auch in der Pandemie wieder eingekehrt: Unter einer Inzidenz von 100 darf die Außengastronomie in Schleswig-Holstein öffnen. Essen oder trinken vor Ort ist also bei den Restaurants, Bars, Kneipen, Cafés oder ähnlichen Einrichtungen, die den Service anbieten möchten, derzeit möglich. Wichtig: Mit Außenbereichen sind Gaststätten außerhalb geschlossener Räume gemeint. Eine Lokalität in einem Einkaufszentrum ist davon nicht umfasst und bleibt somit weiterhin geschlossen mit der Ausnahme, wenn Speisen abgeholt werden. Um Gäste und Mitarbeiter – und natürlich die Mitmenschen – zu schützen, hängt die Öffnung der Außengastronomie aber natürlich von vielen Faktoren ab, wie auch auf der Internetseite des Landes Schleswig-Holstein nachzulesen ist.

So bleiben die Innenbereiche für die Öffentlichkeit grundsätzlich geschlossen, sie dürfen nur für den Gang zur Toilette oder das Abholen von Speisen und Getränken betreten werden. Die Gäste müssen außerdem einen festen Sitzplatz einnehmen und die Kontaktdaten hinterlassen, die vier Wochen lang gespeichert werden. Weiterhin gelten natürlich auch in den Außenbereichen die Kontaktbeschränkungen und Abstände, die eingehalten werden müssen. Das heißt also, an jedem Tisch dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten – ausgenommen Kinder unter 14 Jahren – sitzen, und das Abstandsgebot zwischen den Gästen muss eingehalten werden können – selbst wenn sich Warteschlangen bilden.

Die Pflicht, eine medizinische Maske zu tragen, gilt natürlich im gesamten Gastronomie- und Sanitär-Bereich sowohl für die Gäste als auch für das Personal. Die Gäste dürfen die Maske nur abnehmen, wenn sie sich auf ihrem festen Sitzplatz befinden. Grundsätzlich können die Bars, Kneipen, Restaurants und Cafés ihre Öffnungszeiten übrigens selbst festlegen – Alkohol darf zwischen 21 und 6 Uhr allerdings nicht ausgeschenkt werden. Ein Hygienekonzept muss von den Betreibern ebenfalls erstellt werden, wenn mehr als die grundsätzlich erlaubten 50 Gäste gleichzeitig bedient werden sollen, müssen die Inhaber ihr Konzept außerdem dem zuständigen Gesundheitsamt vorlegen.

Der entscheidende Wert bei der Öffnung der Außengastronomie ist allerdings die Inzidenz. Wird der Schwellenwert in einem Kreis oder in einer kreisfreien Stadt von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von drei aufeinander folgenden Tagen zur wöchentlichen Lagebewertung am Mittwoch erreicht oder überschritten oder liegt kein nahezu vollständig eingrenzbares Ausbruchsgeschehen vor, ist in diesen Gebieten der Betrieb der Außengastronomie verboten. Dort ist nur der Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken möglich, Tische und Stühle dürfen im Außenbereich der Gaststätte nicht für den Verzehr verwendet werden. Die Kunden dürfen die Speisen natürlich trotzdem noch in der Öffentlichkeit essen, aber nicht in oder an der Gaststätte.

Lange mussten die Gastronomiebetriebe ihre Türen geschlossen halten. Jetzt dürfen sie im Außenbereich wieder Gäste empfangen.
Lange mussten die Gastronomiebetriebe ihre Türen geschlossen halten. Jetzt dürfen sie im Außenbereich wieder Gäste empfangen.

Der Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken bleibt dann allerdings weiterhin möglich. Es gilt: Die Gäste dürfen die Gaststätte nur einzeln zur Abholung betreten. Personenansammlungen sind zu vermeiden und der Mindestabstand einzuhalten. Zwischen 23 und 6 Uhr dürfen keine alkoholischen Getränke verkauft werden, auch nicht von Lieferdiensten.

Etwas anders sieht es übrigens in Modellregionen aus. So darf noch bis zum 16. Mail die Gastronomie im Stadtgebiet Eckernförde auch die Innenräume nutzen und den Gästen anbieten. Alle Gäste ab zwölf Jahren müssen beim Besuch der Innenräume einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, schriftlich vorweisen. Im Außenbereich oder bei einem kurzen WC-Besuch ist dies nicht notwendig. Die Kontaktdaten aller Gäste müssen digital per Luca App oder per Excelliste erfasst und an das Gesundheitsamt des Kreises gemeldet werden. Der Betrieb ist bis 22 Uhr im Außenbereich und bis 23 Uhr in den Innenräumen zulässig. Der Verkauf von Alkohol ist allerdings weiterhin zwischen 21 und 6 Uhr untersagt. Weiterhin müssen die Mitarbeiter und die Betreiber zweimal wöchentlich einen Corona-Test machen und dokumentieren. Die allgemeinen Regeln bezüglich der Kontaktbeschränkungen, Abstand und Masken gelten weiterhin.

Bei einem anhaltenden Inzidenzwert von 100 und mehr wird das Modellprojekt abgebrochen. Das Gesundheitsamt des Kreises trifft diese Entscheidung.

Richtig „normal“ ist es also noch nicht momentan, die Inhaber und ihre Teams geben aber selbstverständlich auch – oder vielleicht gerade – jetzt ihr Bestes, damit ihre Gäste sich vom Alltag ablenken lassen können, endlich mal wieder etwas anderes als die eigenen vier Wände sehen und sich dabei trotzdem so sicher wie möglich fühlen.

Informationen unter www.schleswigholstein.de