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Home Sonderthemen Gesundheit Gefäßerkrankungen: Gemeinsam für eine optimale Behandlung
11:15 28.12.2020
Anhand bildgebender Darstellungen beraten die Mediziner des Herz-Kreislauf-Zentrums gemeinsam über Diagnose und Therapie.
FEK Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH

Im Herz-Kreislauf-Zentrum des Friedrich-Ebert-Krankenhauses profitieren im Jahr mehr als 5000 Patienten von der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen diagnostischer und interventioneller Radiologie, der Abteilung für Gefäßchirurgie und der Kardiologie. Seit neuestem komplementiert ein Angiologe das medizinische Expertenteam. 

„Mit Dr. Björn Stöcker ist es uns gelungen, einen der wenigen Angiologen im norddeutschen Raum und damit einen weiteren ausgewiesenen Experten in Sachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen an unser Haus zu binden“, freut sich der Chefarzt der Medizinischen Klinik, Prof. Dr. Andreas Schuchert. Als ausgebildeter Facharzt für Angiologie und Kardiologie unterstützt Stöcker seine Kollegen bei der Diagnostik und Therapie arterieller und venöser Gefäßerkrankungen und nimmt an den gemeinsamen Visiten der verschiedenen Disziplinen teil. Jede Woche beraten Professor Schuchert, Chefarzt der Medizinischen Klinik, Alexander Selch, Chefarzt der Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Thomas Jahnke, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, sowie Dr. Björn Stöcker ausgiebig über jeden einzelnen Patienten, um dann gemeinsam eine Therapie zu empfehlen. 

Herz-Kreislauferkrankungen sind laut Statistischem Bundesamt seit Jahren die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Allein im letzten Jahr starben über 330.000 Menschen an einer Erkrankung des Kreislaufsystems. 

„Um diese Zahl zu senken, ist eine richtige Diagnose von größter Bedeutung“, erklärt Alexander Selch. Denn Herz-Kreislauf-bzw. Gefäßerkrankungen stellten sich äußerst mannigfaltig dar. „Nicht bei jedem Patienten kündigt sich ein drohender Herzinfarkt durch Schmerzen in der Brust oder durch Übelkeit an. Und auch ein schwacher Schlaganfall kann bei unzureichender Diagnose unentdeckt bleiben.“ Als Beispiel nennt der Gefäßchirurg den Fall einer 70-jährigen Patientin. Die ältere Dame war gestürzt und hatte sich eine Oberschenkelfraktur zugezogen. „Da sie keine Erklärung für die Ursache ihres Sturzes nennen konnte, zogen wir einen unbemerkten Schlaganfall in Betracht und rieten ihr zu einer Gefäßuntersuchung“, sagt Professor Jahnke. Die Patientin war einverstanden. Nach abgeschlossener Versorgung ihrer Fraktur, stellte Angiologe Stöcker mehrere hochgradige Verengungen der Halsgefäße und der Herzkranzarterien fest und beriet sich anschließend mit seinen Kollegen. Kalkablagerungen in den Arterien können ebenso tückisch, wie lebensbedrohlich sein: man spürt sie nicht, und sie können Schlaganfälle und Herzinfarkte verursachen.

Die Verengungen der Halsschlagader wurden in einem kombinierten Eingriff operativ und mittels Ballonkatheter und Stent behandelt. Die Stenosen der Kranzarterien wurden im Herzkatheter beseitigt. Damit konnten ein weiterer Schlaganfall sowie ein drohender Herzinfarkt abgewendet werden. „Mit der Einleitung einer optimalen Medikation haben wir die Risikofaktoren minimiert und unsere Patientin mit einem langfristigen Schutz vor Gefäßverschlüssen nach Hause entlassen“, erklärt Dr. Stöcker. Nur durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen im Herz-Kreislaufzentrum Neumünster können derartige Erfolge verbucht werden.

„Im Zentrum unserer Arbeit steht der Patient mit seiner Gefäßerkrankung, nicht die einzelne Disziplin“, sind sich die Mediziner einig. Gemeinsam bieten sie deshalb eine individuelle Diagnostik und Therapien nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und modernsten Standards an.

Text und Fotos: FEK

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