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Home Sonderthemen Gesundheit Gelenkersatz: So spät wie möglich, so früh wie nötig
11:52 10.08.2018
Dr. Wolfgang Klauser, Chefarzt der Abteilung Orthopädie der Ostseeklinik Damp, ist international renommierter Spezialist für Knie- und Hüftgelenkersatz, Wechseloperationen und Fußchirurgie. Foto: Brügmann

Sie leiden unter Gelenkschmerzen und stehen vor der Entscheidung: operieren lassen oder nicht? In der Helios Ostseeklinik Damp finden Sie gewissenhafte Diagnostik, objektive Beratung, intensive stationäre konservative Therapie und Top-Spezialisten für einen erfolgreichen operativen Eingriff.

Im gesunden Gelenk gleiten die Gelenkflächen geschmeidig übereinander. Dicke Knorpelschichten dienen als Puffer beim Gehen, Laufen und Springen. Jedoch ist Arthrose, der Verschleiß dieser Knorpelschichten, weit verbreitet: als Begleiterscheinung des Alters, als Folge von Verletzungen, Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen, Fehl- und Überbelastungen oder Bewegungsmangel. Der Knorpel wird rauer, brüchiger, dünner. Einmal zerstörter Knorpel bildet sich nicht wieder nach. Schließlich reibt Knochen auf Knochen. Es kommt zu Entzündungen, Schwellungen und Schmerzen. Die Gelenkflächen vergrößern und verformen sich. Die Folge sind Muskelverspannungen, abnehmende Beweglichkeit und vor allem: immer heftigere Schmerzen.

Der richtige Zeitpunkt

„Wer zu lange wartet riskiert, dass der Knochen Schaden nimmt“, erklärt Dr. Wolfgang Klauser, Chefarzt der Orthopädie der Helios Ostseeklinik Damp. Das verkompliziere den späteren Einsatz eines künstlichen Gelenkes, der Endoprothese. Zudem berge die schmerzbedingte Inaktivität gerade bei älteren Menschen große Gesundheitsgefahren. Mit einer funktionierenden Endoprothese hingegen ist ein aktives Leben möglich. „Mir liegt sehr daran, vor einem Eingriff gemeinsam mit dem Patienten zu definieren, was er von dem neuen Gelenk erwartet“, sagt Dr. Klauser. „Der eine ist zufrieden, sich im Alltag schmerzfrei bewegen zu können. Der andere will Bergwandern oder sogar wieder Fußball spielen“, berichtet Klauser. Was mit dem neuen Gelenk möglich ist, wird von mehreren Faktoren beeinflusst: dem eigenen Ehrgeiz und Übungsfleiß, Alter, Körpergewicht, Begleiterkrankungen, Fitnessgrad, der Muskelkraft vor dem Eingriff und natürlich auch von der Qualität der Gelenkersatz-Operation.

Die 45- bis 55-Jährigen sind die am schnellsten wachsende Gruppe innerhalb der Endoprothesenpatienten. „Sie haben oft einen höheren Anspruch an ihr Leben als frühere Generationen. Für sie gehört Aktivsein ohne Schmerzen einfach dazu“, weiß Klauser. Andererseits zögern gerade sportlich ambitionierte Menschen den Gelenkersatz lange hinaus. Zu groß ist die Angst, doch nicht mehr alles machen zu können, was sie möchten. Außerdem ist die Meinung weit verbreitet, dass man ein künstliches Gelenk nur einmal einsetzen kann. „Heutzutage können Gelenke jedoch mehrfach gewechselt werden“, so Klauser. Ein Knie hält durchschnittlich 15 bis 20, eine Hüfte 20 bis 25 Jahre. „Natürlich geht jeder Wechsel mit einem weiteren Verlust an Knochensubstanz einher“, so Klauser. Umso wichtiger seien Passgenauigkeit, Sorgfalt und Voraussicht schon beim Primäreingriff. Denn die Qualität dieser ersten Operation entscheidet nicht nur darüber, wie lange das künstliche Gelenk hält und wie gut es funktioniert. Sie bestimmt auch die Bedingungen für eine spätere Wechseloperation wesentlich mit. Prothesenwechsel stellen hohe Anforderungen an den Operateur und gehören unbedingt in die Hände eines erfahrenen Spezialisten.

Spezialisten auch für komplizierte Fälle

In der Ostseeklinik Damp ist seit 45 Jahren alles auf die Behandlung des Bewegungsapparates ausgerichtet. Seit vielen Jahren führt der Focus die Klinik unter den bundesweit besten Adressen für Gelenkersatz, Dr. Klauser persönlich als Top-Mediziner. Untersuchungen haben gezeigt: Mit der Häufigkeit, mit der ein Chirurg einen Eingriff durchführt, steigt die Qualität. Als Spezialist für Hüft- und Kniegelenkersatz inklusive der besonders anspruchsvollen Prothesenwechsel, führt allein Dr. Klauser mehr als 400 endoprothetische Eingriffe pro Jahr durch.

„Trotzdem geht es uns nicht um Quantität, sondern um Qualität“, betont Klauser. „Nur wenn unsere Patienten wirklich zufrieden sind, empfehlen sie uns auch weiter.“ Deswegen werde durchaus von einer OP abgeraten, wenn diese für den Betroffenen nicht die beste Lösung sei, so Klauser.

Gewissenhafte Diagnostik

„Wir legen Wert darauf, vor einer OP alle konservativen Möglichkeiten auszuschöpfen“, betont Klauser. Dazu erfolgt zunächst eine eingehende Diagnostik. Patienten können in der Ostseeklinik auch stationär aufgenommen werden. Während dieser Zeit werden sie bei Bedarf von Orthopäden, Radiologen, Neurochirurgen, Rheumatologen, Internisten, Schmerz- und Manualtherapeuten untersucht und von einem Therapeutenteam intensiv betreut. So erhalten sie innerhalb kürzester Zeit alle nötigen Anwendungen und Untersuchungen, für die sie sonst wochenlang von einem Termin zum anderen laufen müssten. Und selbst, wenn sich dann abzeichnet, dass dem Patient mit rein konservativen Maßnahmen nicht zu seiner Zufriedenheit geholfen werden kann, muss nicht gleich ein künstliches Gelenk her. „Unseren Spezialisten für minimalinvasive Operationsverfahren gelingt es nicht selten, die Notwendigkeit eines Gelenkersatzes um Jahre hinauszuschieben“, sagt Dr. Klauser. Denn beim Gelenkersatz gilt: so spät wie möglich, so früh wie nötig.

Beste Hygienedaten

Infektionen mit antibiotika-resistenten Bakterien oder auch schon mit normalen Keimen stellen in der Endoprothetik eine schwere Komplikation dar. Hier bietet die Ostseeklinik größtmögliche Sicherheit: die Spezialklinik schneidet bei den Hygiene- und Wundinfektionszahlen seit Jahren hervorragend ab. Dank der hauseigenen Knochenbank können Knochendefekte mit natürlichem Material aufgefüllt werden.

Effiziente Schmerzvermeidung

Doch nicht nur der Infektionsschutz beginnt in der Ostseeklinik schon vor der OP. Da es nach Gelenkoperationen zu starken Schmerzen kommen kann, werden vor dem Eingriff die Möglichkeiten effizienter Schmerzlinderung besprochen. „Wir bieten unseren Patienten alle modernen Verfahren zur Schmerzbehandlung wie Schmerzblocks, -katheter oder sogenannte PCA-Pumpen“, erklärt Klauser. So ließen sich selbst stärkste Beschwerden zeitweise nahezu auszuschalten. Das sei besonders für Patienten mit chronischen Schmerzen wichtig. „Wer schon im Alltag unter Beschwerden leiden muss, dem bereiten zusätzliche Schmerzen große Sorgen“, so Klauser.

Speziell ausgebildete Pflegekräfte, sogenannte Pain Nurses, besuchen Frischoperierte mindestens zweimal am Tag, um gemeinsam den optimalen Mittelweg aus Schmerzfreiheit und früher Mobilisation zu finden. Dazu arbeiten sie eng mit Physiotherapeuten, Ärzten und Pflegekräften auf den Stationen zusammen. Überhaupt wird Zusammenarbeit in Damp großgeschrieben: die Ostseeklinik mit der benachbarten Rehaklinik; Chirurgen mit Internisten; Orthopäden mit Neurochirurgen und Neurologen; Ärzte mit Pflegekräften und Therapeuten.

Qualifiziertes Therapeutenteam

Am Tag nach der Gelenkoperation wird in der Ostseeklinik in der Regel mit ersten Mobilisierungsübungen begonnen. Denn Sport-, Ergo- und Physiotherapie kommt eine große Bedeutung nach Gelenkersatzoperationen zu. Ebenso wie die Chirurgen, verfügen auch die Therapeuten der Ostseeklinik Damp über langjährige Erfahrung mit Endoprothesenpatienten, sind hochspezialisiert und -qualifiziert.

OP und Reha aus einem Guss

Nach einer Gelenkersatz-OP hat jeder Patient Anspruch auf eine Rehabilitation. Diese fördert Kraft, Beweglichkeit und Zutrauen in das neue Gelenk und macht fit für das neue Leben mit der Endoprothese. Die meisten Patienten der Ostseeklinik gehen dafür in die benachbarte Rehaklinik Damp. Lange, oft als beschwerlich empfundene Anreisen entfallen. Die ebenfalls über 40-jährige einschlägige Erfahrung, die Lage direkt am Ostseestrand und das große Therapiezentrum bieten beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Reha. Im Falle von Komplikationen sind die Wege zum Operateur kurz und Fragen schnell geklärt. In den Fachabteilungen Kardiologie, Neurologie, Psychosomatik und Nephrologie mit Dialyse können Patienten mit entsprechenden Begleiterkrankungen mitbetreut werden.

Helios Ostseeklinik Damp

Abteilung Orthopädie
Seute-Deern-Ring 20, 24351 Ostseebad Damp
Telefon: (04352) 80-6137
E-Mail: info.ostseeklinikdamp@helios-gesundheit.de

www.helios-gesundheit.de/kliniken/damp-ostseeklinik/
Martin Schmidt spielte von 1991 bis 2003 auf der Position des Rechtsaußen beim Handball-Rekordmeister THW Kiel und errang mit diesem sieben Deutsche-Meister-Titel, mehrere DHB-, Supercup- und EHF-Pokalsiege. Heute ist der 42-malige Handball-Nationalspieler und studierte Diplom-Betriebswirt als Spielerberater im Profi-Handball sowie als Führungskräfte- und Kommunikationstrainer erfolgreich.
Martin Schmidt spielte von 1991 bis 2003 auf der Position des Rechtsaußen beim Handball-Rekordmeister THW Kiel und errang mit diesem sieben Deutsche-Meister-Titel, mehrere DHB-, Supercup- und EHF-Pokalsiege. Heute ist der 42-malige Handball-Nationalspieler und studierte Diplom-Betriebswirt als Spielerberater im Profi-Handball sowie als Führungskräfte- und Kommunikationstrainer erfolgreich.

Wegen schwerer Arthrose im linken Knie ließ sich Ex-THW-Handballer Martin Schmidt im vergangenen Jahr in der Ostseeklinik Damp ein künstliches Kniegelenk einsetzen – mit gerade einmal 47 Jahren. Im Interview verrät der 42-fache Handball-Nationalspieler, was ihn zu diesem Schritt bewogen hat. Und warum er seine Entscheidung nicht bereut.

Herr Schmidt, was hat damals den Ausschlag für den Gelenkersatz gegeben?

Ich hatte Arthrose vierten Grades und schon seit Jahren jeden Tag Schmerzen. Ich konnte nicht schmerzfrei gehen und stehen, nach langen Autofahrten kaum noch laufen. Das hat mich beruflich wie privat stark beeinträchtigt. Zum Fithalten blieb mir nur noch ein bisschen Radfahren. So konnte das einfach nicht weitergehen.

Hatten Sie nicht das Gefühl, viel zu jung zu sein für ein künstliches Kniegelenk?

Natürlich habe auch ich gedacht, ich bin zu jung, ich darf noch nicht, zögere es so lange wie möglich raus. Aber ich glaube, da belügt man sich und verschlechtert im schlimmsten Fall sogar die Bedingungen für eine erfolgreiche Operation. Wenn der Knorpel so stark geschädigt ist, wie er es bei mir war, helfen Knorpelaufbau und andere Maßnahmen nicht mehr. Deswegen würde ich im Nachhinein sagen, ich hätte den Schritt sogar früher machen sollen.

Und wieso sind Sie für diesen Eingriff in Damp gelandet?

Zum einen war mir Dr. Klauser von verschiedenen Seiten als Facharzt mit entsprechender Erfahrung empfohlen worden. Ich wollte nicht zu jemandem, der so einen Eingriff nur fünfmal im Jahr macht, sondern lieber zu einem Spezialisten, der das zehnmal pro Woche macht. Zum anderen steht die Ostseeklinik Damp hervorragend da, was die Keimsituation angeht. Das war mir wichtig, denn Infektionen gehören ja nun einmal zu den größten Risiken bei einer Gelenkersatz-Operation.

Was hat sich seit der Operation für Sie verändert?

Ich habe keinerlei Schmerzen mehr. Wie stark meine Schmerzen waren, habe ich erst realisiert, als sie weg waren. Plötzlich konnte ich wieder mit meiner Familie aktiv sein.

Und wie sieht es mit Sport aus?

Ich treibe regelmäßig Sport. Mein Knie fühlt sich so gut an, dass ich mich eigentlich an alles herantraue: Radfahren sowieso, Bergwandern, Golfen, Schwimmen. Handballspiele absolviere ich nicht mehr, das würde ich für übertrieben halten. Aber Daddeln in der Halle, auch Sprungwürfe sowie Ballspielen mit meinen Kindern – das geht alles. Genauso wie Joggen. Auch, wenn ich das nicht gerne tue.

Was würden Sie Menschen in ähnlicher Situation wie Sie damals sagen, die fürchten zu jung für einen solchen Schritt zu sein?

Man darf den Zeitpunkt nicht verpassen, an dem das Gelenk bzw. der Knochen so geschädigt ist, dass der Eingriff erschwert ist. Außerdem konnte ich im vergangenen Jahr volle Pulle Reha machen. Mit 65 hätte das vielleicht anders ausgesehen – erst recht, wenn ich dann vielleicht schon schmerzbedingt seit 20 Jahren keinen Sport mehr getrieben hätte.

Sie sprachen eben die Reha an. Wie wichtig war diese für Sie?

Sehr wichtig. Ich hatte mir – inklusive OP – zwei Monate als Ziel gesetzt, um wieder fit zu werden. Die Beweglichkeit des Knies war anfangs noch stark eingeschränkt und die musste ich mir erst wieder erarbeiten. Ebenso galt es Kraft und Koordination wieder aufzubauen. Ich habe bestimmt sechs bis acht Stunden am Tag gezielt mit meinen alten THW-Physiotherapeuten Uwe Brandenburg und Andreas Hypa trainiert und sogar meine Familie alleine in den Urlaub geschickt. Dass das mit dem Knie nicht wieder gut werden würde, war einfach niemals eine Option. Heute denke ich: Bleib fit, beweg Dich, das ist auch das Beste für die Prothese.

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