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01:05 15.01.2022
Josephine Meyenburg und Ulrike Petzold sorgten für ein schönes Weihnachtsfest im Haus. FOTOS: HAUS DÄNISCHER WOHLD

In der Praxis unserer Einrichtung sieht es momentan wie folgt aus: Am Eingang steht ein Mitarbeiter einer Securuty Firma und überprüft die Impfnachweise und Personalausweise und Testnachweise. Die Leitungskräfte müssen laufend die Pandemie-, Besuchs- und Testkonzepte anpassen. Natürlich gehören dokumentierte Schulungen der Mitarbeitenden dazu. Die Pflegekräfte sind immer noch erste Ansprechpersonen für die Bewohner der Einrichtung, und die Betreuungskräfte bringen die Besucher und Angehörige zum und vom Testen, Temperatur messen und einchecken (ob per Luca APP oder per Papier) zu ihren Liebsten und holen sie nach einer Stunde Besuchszeit wieder ab und bringen sie wieder zur Tür. In der Küche wird gebacken und gekocht und gespült, alles mit FFP2-Masken.

Corona und jede neue Variante bringen alle an die Grenzen

Ich hatte gerade ein interessantes Angehörigengespräch, die Dame bedankte sich für den sehr sorgfältigen Umgang mit Besuchen. In vielen Einrichtungen wird es nicht so streng gehandhabt. Kurz hatte ich das Bedürfnis mich zu erklären und antwortete folgendermaßen: „Wir haben hier eine große Verantwortung zu tragen, kein Mitarbeitender möchte, dass so ein Virus in die Einrichtung getragen wird. Deshalb testen wir die Mitarbeitenden mindestens alle 72 Stunden, meistens öfter, da sie beim leisesten Hüsteln oder Niesen schon Panik schieben.

Auch arbeiten bei uns viele Eltern, bei denen die Kitas schließen müssen, weil sich Erzieherinnen infiziert haben. Wer soll sich nun in Quarantäne absondern? Die Eltern sind verzweifelt, wollen arbeiten, müssen gemeinsam mit der Einrichtung Lösungen finden. Ein Mensch kommt eben selten allein daher. Und dann sind da noch Behörden, die uns und unser Tun beobachten und bewerten“ Die Angehörige bedankte sich und sagte, dass sie über die Situation der einzelnen Mitarbeitenden gar nicht nachgedacht hätte. Das ist auch nicht wichtig, sondern aus meiner Sicht ist es wichtig, in diesen Zeiten wirklich tolerant und sozial zu agieren. Diese momentan latente Gereiztheit und Aggressivität der Gesellschaft schadet der Fröhlichkeit, der Schönheit des Lebens.

Ein Tänzchen in Ehren – macht auch Weihnachten Spaß.
Ein Tänzchen in Ehren – macht auch Weihnachten Spaß.

Wir versuchen trotz aller Widrigkeiten, immer Fröhlichkeit, Verlässlichkeit und Freundlichkeit den Tag bestimmen zu lassen. Die Bewohner danken es uns mit einem Lächeln, Streicheln oder einer netten Geste. Für sie ist es sehr schwierig, da die Masken wie weiße Flecken wahrgenommen werden. Die Bewohner zeigen uns täglich auf, dass wir 100 Prozent bei ihnen sein müssen, sie brauchen uns mehr denn je. Da wir in unserer Einrichtung immer die Bedürfnisse der Bewohner neu betrachten, passen wir alle unsere Aktivitäten laufend an.

Unser Weihnachtsfest war besonders schön, vielleicht nicht das typische Fest, welches sich zu Hause etabliert hat, hier fand das Fest in der Zeit von 10.00 Uhr bis 13.30 Uhr statt. Es wurde gesungen, auch getanzt (geht auch zu Weihnachtsliedern) und viel gegessen. Die Geschenke wurden verteilt, spätestens danach war es etwas wie zu Hause, wenn alle die Geschenke auspacken – Chaos! Nun ja, wir haben uns für das nächste Weihnachtsfest überlegt, andere Geschenke brauchen die Bewohner. Also immer neue Herausforderungen erwarten uns.

Wir freuen uns darauf!
Ganz herzlichen Dank gilt all unseren Mitarbeitenden!

Grit Petzold