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Home Sonderthemen Gesundheit Reduktion des Darmkrebsrisikos um 90 % – durch Vorsorgekoloskopie und Polypenentfernung möglich
20:14 31.01.2020
Priv.-Doz. Dr. med. Carsten Schrader

In Deutschland ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern. Im Laufe ihres Lebens erkranken in Deutschland über 4 Mio. Menschen daran (Robert-Koch-Institut).

Darmkrebs entwickelt sich in etwa 90 Prozent der Fälle durch die bösartige Umwandlung sogenannter „Darmpolypen“. Diese Krebsvorstufen treten mit zunehmendem Lebensalter häufiger auf. Die Ergebnisse einer US-Studie zeigten jedoch, dass die Häufigkeit von Polypen bei Personen zwischen 40 und 50 Jahren mit 14 % fast genauso hoch ist wie die in der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren (16%). Durch die rechtzeitige Polypenentfernung kann das Darmkrebsrisiko deutlich gesenkt werden: eine einmalige Vorsorgedarmspiegelung senkt das individuelle Darmkrebsrisiko um ca. 90 % (Brenner und Kollegen, Dtsch Ärztebl Int, 2016). Sollte bereits Darmkrebs vorliegen, dann sind die Heilungschancen besser, je früher die Erkrankung entdeckt wird. So verringerte sich in den ersten 10 Jahren nach Einführung der Vorsorgedarmspiegelung die Sterblichkeit um 26,5 % bei Frauen und um 20,8 % bei Männern.
  

Häufig werden Polypen vom Patienten selbst nicht bemerkt und fallen nur während der Vorsorge- Darmspiegelung auf. Polypen sind kleine, meist gutartige Gewebsvermehrungen, die im Laufe der Zeit deutlich an Größe zunehmen können und dann fast immer zu Krebs entarten.

Voraussetzung für die sichere Erkennung auch kleinster Krebsvorstufen ist der Einsatz von Endoskopiegeräten mit höchster optischer Auflösung (HDTV). Bei der Endoskopie ist neben der Auflösung auch die Art der Lichtquelle wichtig. So setze ich in meiner Praxis Geräte der neuesten Generation vom Marktführer mit der sog. NBI-Technik (Narrow-Band-Imaging-Technik) ein. Mittels eines speziellen, zuschaltbaren Lichtspektrums ist es möglich, Schleimhautveränderungen zu erkennen, die mit Geräten mit herkömmlicher Lichtquelle unerkannt bleiben. Außerdem kann die Polypenoberfläche besser beurteilt werden. Durch diese moderne Technik werden 5 % mehr Krebsvorstufen (Polypen) entdeckt (veröffentlicht in GUT, Dr. Adler und Mitarbeiter).
  

Nach der Polypenentfernung werden diese am selben Tag vom Pathologen untersucht und die Ergebnisse innerhalb von wenigen Tagen mitgeteilt. Um Nachblutungen an der Abtragungsstelle zu vermeiden, werden die Polypen mittels einer Spezialschlinge abgetragen und die Abtragungsstelle wird mit einem kleinen Metallclip verschlossen. Dieser fällt nach wenigen Wochen von alleine ab. Die gesamte Untersuchung findet in einer leichten Narkose statt, so dass der Patient während der Untersuchung keine Schmerzen hat. Anschließend wird der Befund dem Patienten am Monitor erklärt und er erhält einen Abschlussbericht.

Bild- und Textquellen Praxis Dr. med. Schrader
  


Seit Anbeginn der Menschheit schwitzen wir – mal mehr, mal weniger. Und das ist auch gut so, denn es hat durchaus seine Gründe und Nutzen.

Doch wenn das Schwitzen überhandnimmt, kann dies im Alltag nicht nur lästig werden, sondern zu bedeutender Einbuße unserer Lebensqualität führen. Was nicht jedem bewusst ist: Übermäßiges Schwitzen kann auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen (z.B. Schilddrüsenerkrankungen).
  

Wann ist eine Therapie nötig?

Das krankhafte Schwitzen kann sich als Ganzkörperschwitzen oder nur in bestimmten Körperregionen bemerkbar machen. Für Menschen, die nicht an dieser Erkrankung leiden, ist es häufig schwer zu verstehen wie tiefgreifend die Umstände und Folgen für den einzelnen Patienten im Privat-, Sozial- und Berufsleben sein können. Vor allem aber scheint es in der heutigen modernen, „hippen“ Gesellschaft von Instagram, Facebook, Selfies und Co. eines: nämlich „uncool“.
  

Es gibt verschiedene Gründe, wann ein Arztbesuch empfohlen sein kann. Zum Beispiel wenn das Schwitzen nicht nur bei Belastung, sondern auch in Ruhephasen oder gar nachts auftritt. Genaue Ursachen für das übermäßige Schwitzen sind bis heute nicht bekannt. Einig ist man sich darüber, dass vermutlich mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen. Nicht selten können auch traumatische Erlebnisse oder Erkrankungen als vermeintliche Auslöser ausgemacht werden. Hier ist eine rein auf den Körper gerichtete Therapie oft nicht ausreichend. Mit einem Iod-Stärke-Schweißtest kann die Schweißmenge objektiviert werden.
  

Behandlungsmöglichkeiten

Geht vermehrtes Schwitzen mit starker Geruchsbildung trotz normaler Hygiene einher, kann dies sowohl für Betroffene als auch für ihr Umfeld belastend sein. Wer in Apotheken, Drogerien und Kaufhäusern auf die Suche nach geeigneten Hausrezepten gegen das unangenehme Schwitzen geht, muss schnell feststellen, dass der Markt sich schon lange auf seine Kunden eingestellt hat. Vieles davon wirkt bei Hyperhidrose – krankhaftem Schwitzen – mehr schlecht als recht und belastet vor allem den Geldbeutel.
   

Liegt eine veranlagte Hyperhidrose vor, so sollte die Therapie im besten Falle durch einen auf die Erkrankung spezialisierten Facharzt erfolgen. Dies können z.B. Dermatologen oder Endokrinologen (Hormonärzte) sein. Bei Hyperhidrosis axillaris (Hyperhidrose der Achseln) hat sich insbesondere eine Therapie als wirksam erwiesen. Dabei wird Botulinumtoxin („Botox“) in die oberste Hautschicht eingespritzt, welches bei Nachweis einer durch die gängigen Therapien nicht beeinflussbaren Hyperhidrose bereits von den Krankenkassen übernommen wird. Die Wirkungsdauer liegt zwischen vier und acht Monaten und muss daher in diesen Abständen fortgeführt werden. Nicht zugelassen, aber genauso wirksam ist Botulinumtoxin auch bei der Hyperhidrose der Handflächen und Fußsohlen. Hier ist zunächst ein Kostenübernahmeantrag bei den Krankenkassen erforderlich.
   

Auch operative Verfahren wie die sogenannte Saugkürettage, bei der mittels eines Spezialstabes das Unterhautfettgewebe der Achsel samt Schweißdrüsen abgetragen und abgesaugt wird, kommen für die schweren Formen der Hyperhidrose in Frage und sollten genauso von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden. Verfahren wie das Clippen oder Zerstören der Nervenfasern des Brustwandnervs, der entlang der Wirbelsäule verläuft (Endoskopische Transthorakale Blockade, kurz: ETB), sind nach wie vor kritisch zu betrachten, da sie im Vergleich zu den anderen Therapien deutlich invasiver sind und daher nur in Einzelfällen in Erwägung gezogen werden sollten. Bild- und Textquellen UKSH
    

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