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Home Sonderthemen Gesundheit Rheumazentrum Schleswig-Holstein Mitte in Neumünster
06:53 15.11.2018
Praxis-Selfie: Von link nach rechts: Claudia Möck (Arzthelferin/Study Nurse), Prof. Dr. med. Frank Moosig, Katrin Pieper (Krankenschwester/Study Nurse), Madeleine Steenbuck (Medizinische Fachangestellte), Anabel Tiede (Arzthelferin/rheumatolog. Fachassistentin), Prof. Dr. med. Julia Holle, Hilke Burose (Medizinisch-Technische Assistentin)

Kontakt:

Prof. Dr. med. Julia Holle & Prof. Dr. med. Frank Moosig
Rheumazentrum Schleswig-Holstein Mitte
Kuhberg 5a-7
24534 Neumünster
Tel.: 04321-602230
info@rheuma-sh.de
www.rheuma-sh.de
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Knapp drei Jahre nach der Eröffnung des Rheumazentrum Schleswig- Holstein Mitte in Neumünster sind die beiden Praxisinhaber Prof. Dr. med. Julia Holle und Prof. Dr. med. Frank Moosig hochzufrieden. „Das Konzept ist voll und ganz aufgegangen“ so Prof. Moosig.

Beide Ärzte arbeiten seit 2008 zusammen, zunächst als Oberärzte und schließlich als gemeinsame Leitende Ärzte einer rheumatologischen Klinik in Schleswig-Holstein, bevor sie sich entschlossen, Anfang des Jahres 2016 in die Niederlassung zu gehen. Beide haben von der Kassenärztlichen Vereinigung Sonderbedarfssitze erhalten. Das Rheumazentrum Schleswig-Holstein Mitte in Neumünster deckt das gesamte Spektrum entzündlich-rheumatischer Erkrankung ab. Der Standort Neumünster sei aufgrund der zentralen Lage in Schleswig- Holstein gewählt worden. Die Praxis ist im Haus der Gesundheit direkt gegenüber dem Bahnhof und in direkter Nähe zu einem großen Parkhaus ansässig.

„Es entspricht unserem Selbstverständnis, nicht nur Patienten mit entzündlichem Gelenkrheuma, sondern auch mit den komplexeren Erkrankungen, wie Vaskulitiden und Kollagenosen zu behandeln, zumal unser Forschungsschwerpunkt immer schon bei den Vaskulitiden liegt“, so Prof. Holle.

Die Behandlung dieser Erkrankungen sei zwar aufwändig, „aber wir folgen ohnehin nicht dem Konzept einer 3-Minuten-Medizin. Wenn Sie einen Patienten leitliniengerecht behandeln wollen, dann kostet das Zeit. ‚Treat to target (Behandele zum Ziel) heißt das heute in den Leitlinien. Und das Ziel ist die Remission, d.h. die Abwesenheit aller Krankheitssymptome“, ergänzt Prof. Moosig. Auch eine „einfache“ Routinekontrolle eines Patienten mit einer gelenkrheumatischen Erkrankung brauche Zeit, denn sie umfasse neben der Anamnese immer die klinische Untersuchung der Gelenke, die Ultraschalluntersuchung der betroffenen Gelenke sowie eine Blutentnahme zur Kontrolle der Entzündungswerte und der Laborparameter, die unter dem jeweiligen Rheumamedikament zu kontrollieren sind, um bestimmte Nebenwirkungen auszuschließen. Aufwändiger seien Neueinstellungen auf stärker wirksamere Medikamente, wie Biologika-Therapien, weil dann der Patient ausführlich aufgeklärt werden muss. „Die moderne und oft teure Therapie bietet viele Möglichkeiten und bedeutet oft eine extrem gute Krankheitskontrolle. Aber sie kann eben auch Nebenwirkungen verursachen. Das muss der Patient wissen, damit er darauf reagieren kann. Und selbstverständlich muss auch der zuständige hausärztliche Kollege schnell und ausführlich über komplizierte Krankheitsbilder oder Therapien informiert werden“, sagt Prof. Holle. Beide Ärzte arbeiten an verschiedenen europäischen und deutschen Leitlinien zum Management rheumatischer Erkrankungen mit. „So ist man immer „up-to date“ – oder eigentlich seiner Zeit voraus, da man ständig mit anderen erfahrenen Kollegen der Leitlinienkommissionen diskutiert, wie man Diagnostik und Therapie zukünftig gestalten sollte“, so Prof. Holle.

Das Rheumazentrum verfügt zudem über ein eigenes Immunlabor und eine Infusionsambulanz, in der Patienten mit schweren rheumatischen Erkrankungen intravenöse Medikamente, insbesondere sog. Biologika-Therapien, erhalten. „Eine Infusionsambulanz gehört für uns einfach in das Spektrum einer Rheumapraxis. Es hat den Vorteil, dass man Infusionspatienten ganz regelmäßig, meist alle 4 Wochen sieht, was unter dem Aspekt der Kontrolle sehr gut ist. Das eigene Labor ermöglicht, dass wir unsere immunserologischen Laborparameter sehr viel schneller erhalten und viel besser mit dem klinischen Eindruck in Verbindung bringen können, als wenn wir die Diagnostik extern beauftragen würden“, sagt. Prof. Moosig.

Den Arbeitsalltag empfinden beide Ärzte im ambulanten Bereich als sehr angenehm. „Weil man einfach alles selbst entscheiden kann und sich nicht mit Geschäftsführern und Vorständen befassen muss. Das ist man ja quasi selbst. Aber dazu trägt auch ganz wesentlich unser Team bei. Das Team ist nicht nur hochqualifiziert, sondern arbeitet auch extrem gut organisiert. Und natürlich sind einem die Mitarbeiterinnen ans Herz gewachsen“, sagt Prof. Holle. Drei ihrer fünf Mitarbeiterinnen sind den beiden Ärzten aus der Klinik gefolgt, hierunter zwei mit langjähriger Studienerfahrung („Study Nurses“) und eine rheumatologische Fachassistentin. Zwei wurden neu hinzu gewonnen, darunter eine MTA für das Labor.

Auf die Frage, welche Projekte als nächstes anstehen, antwortet Prof. Moosig: „Aktuell sind wir beide an der Erstellung der deutschen Leitlinie für die Großgefäßvaskulitiden beteiligt. Was die Patientenversorgung angeht, bleibt mittel- und langfristig abzuwarten, wie sich die Versorgungslandschaft gerade in unserem stark unterversorgten und vergleichsweise schlecht vergütetem Fachgebiet entwickelt. Darauf wird man sicher immer aktuelle reagieren müssen. Wir hoffen aber, dass die Rahmenbedingungen sich verbessern und wir auch langfristig so wie bisher weitermachen können. Das wäre für uns und auch für unsere Patienten wünschenswert“.

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