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10:31 12.07.2021
Im Ruhepark Lehmkuhlen wird die Asche des Verstorbenen an den Wurzeln des Baumes beigesetzt. FOTO: RUHEPARK LEHMKUHLEN

LEHMKUHLEN. Die letzte Ruhestätte ist etwas ganz Individuelles. Der Gedanke, mitten in der Natur beigesetzt zu werden, ist für viele sehr tröstlich. Im Ruhepark Lehmkuhlen, Schleswig-Holsteins erstem Begräbniswald, ist das möglich. Hier wird die Asche der Verstorbenen direkt an den Wurzeln der Bäume beigesetzt.

Seit 2006 ist der Ruhepark Lehmkuhlen ein kommunaler Friedhof. Er liegt im nordwestlichen Bereich der historischen Parkanlage Arboretum Lehmkuhlen, in den Ausläufern des schleswig-holsteinischen Hügellands. Der Ruhepark ist dabei kein Friedhof im Wald, sondern vielmehr ein Teil des Waldes.

Im Arboretum Lehmkuhlen stehen exotische Bäume neben robusten, heimischen Baumarten. Diese Artenvielfalt und die verschiedenen Lebensstadien der Bäume geben die Möglichkeit, den einzigartigen, genau passenden Baum zu wählen. Mit regelmäßigen Führungen und individuellen Besuchsterminen helfen die Mitarbeitenden den Kunden und Kundinnen, die Wahl für den richtigen Baum zu treffen. Auch ein ausgedehnter Spaziergang eignet sich, um sich in Ruhe umzuschauen und die Atmosphäre des Waldes kennenzulernen.

Wenn der richtige Baum gefunden ist, beantragen die Interessenten das Nutzungsrecht, um im Sterbefall die Asche an den Wurzeln des Baumes beisetzen zu lassen. Dabei kann entweder das Nutzungsrecht an dem ganzen Baum oder an einer einzelnen Grabstätte, die kreisförmig um den Baum angeordnet sind, für 99 Jahre erworben werden.

Im Trauerfall kann die Zeremonie dann ganz nach den eigenen Vorstellungen oder den Wünschen der Hinterbliebenen gestaltet werden. Am Baum wird eine Tafel angebracht, ansonsten sind keine weiteren Gestaltungen wie Grabmale vorgesehen. Die Pflege übernimmt in aller Regel die Natur.

Ruhepark Lehmkuhlen
Gut Lehmkuhlen 3
Lehmkuhlen
Tel. 04342/766188
www.ruhepark-lehmkuhlen.de

Menschenwürde auch bei Sozial- und Ordnungsamtsbestattungen

Bei jedem Sterbefall entstehen Kosten für die Bestattung. Die steigende Lebenserwartung sowie eine zunehmende Altersarmut führen in Deutschland seit Jahren zu einem Anstieg jener Bestattungen, die von Sozial- und Ordnungsämtern finanziell zu tragen oder zu unterstützen sind. Immerhin werden nach Schätzungen in bestimmten Regionen inzwischen über zehn Prozent der Bestattungen aus Geldmangel der Verstorbenen oder ihrer Angehörigen durch Sozialämter und Ordnungsämter durchgeführt. Bei den sogenannten Sozialamtsbestattungen werden gem. § 74 SGB XII die erforderlichen Kosten einer Bestattung übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen. Viele Kommunen in Deutschland kommen ihrer Verpflichtung nach und garantieren trotz der notwendigen Einfachheit der Bestattung in Gestaltung und finanziellem Rahmen eine menschenwürdige Bestattung, die Mindeststandards erfüllt. Welche Kostenpositionen überhaupt und bis zu welcher Höhe als erforderlich anerkannt werden, wird regional sehr unterschiedlich gehandhabt. Erforderlich sind aber generell die Kosten für ein Begräbnis ortsüblicher einfacher, aber würdiger Art. Bestatter vor Ort wissen, in welchem Rahmen Sozialämter typischerweise Bestattungskosten anerkennen und können in jedem Einzelfall fachkundig beraten. Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.