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14:53 12.07.2021
Blutspenden rettet Leben: An den Standorten Kiel und Lübeck werden pro Woche insgesamt etwa 1000 Blutspenden benötigt. FOTO UKSH

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ruft mit großer Dringlichkeit erneut dazu auf, Blut zu spenden. „Unsere Bestände sind an der Untergrenze und die Urlaubszeit, die generell einen Spendenrückgang mit sich bringt, hat gerade erst begonnen“, sagt Prof. Dr. Holger Hennig, stellvertretender Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin am Campus Kiel und Campus Lübeck. Verschärfe sich die Situation weiter, müssen planbare Operationen, für die Blutkonserven bereitgehalten werden, verschoben werden. „Blutspenden rettet Leben. Wir sind für jede Unterstützung sehr dankbar“, sagt Prof. Hennig. Das UKSH bietet deshalb allen Blutspenderinnen und Blutspendern die Möglichkeit, eine Corona-Schutzimpfung mit dem mRNA-Vakzin von Biontech im Klinikum in Anspruch zu nehmen. Am UKSH werden an den Standorten Kiel und Lübeck pro Woche insgesamt etwa 1000 Blutspenden benötigt. Auf die Blutkonserven (Erythrozytenkonzentrate) sind Patientinnen und Patienten angewiesen, die an Krebs erkrankt sind und durch die Chemotherapie nicht mehr genügend eigene Blutzellen bilden. Auch werden die Blutprodukte bei lebensrettenden Operationen, bei Transplantationen sowie für Notfallpatienten mit schweren Blutungen gebraucht. Ein ernster Mangel an Blutkonserven besteht in vielen Regionen Deutschlands. Als erstes Krankenhaus in Deutschland bietet das UKSH eine App an, die Blutspenderinnen und -spendern nicht nur detaillierte Informationen über ihre Blutwerte gibt, sondern sie auch benachrichtigt, wenn ihre Spende für eine Bluttransfusion genutzt wurde. „Mit dieser Information über die konkrete Verwendung ihrer Blutspende möchten wir den Spenderinnen und Spendern ein virtuelles Dankeschön des UKSH übermitteln“ sagt Prof. Dr. Siegfried Görg, Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin. „Jeder Spender rettet ein Leben und unterstützt uns bei der Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.“

Die App bietet eine ganze Reihe hilfreicher Informationen. Zum Beispiel werden nach der Spende die persönliche Blutgruppe und verschiedene Blutwerte angezeigt, etwa der Hämoglobin-Wert oder die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen, dazu wird deren Funktion erklärt. Außerdem informiert die App darüber, ob die eigene Blutgruppe im UKSH derzeit besonders benötigt wird.

Manchmal muss aber auch ein Spendentermin verschoben werden, zum Beispiel wegen einer gerade erfolgten Reise ins Ausland, einer überstandenen Operation oder nach dem Stechen von Ohrlöchern. Die Spende-App weist darauf hin und erspart so der Nutzerin oder dem Nutzer die unnötige Anfahrt zum Blutspendezentrum.

Die Idee zur App ist aus einer Kooperation zwischen dem Institut für Transfusionsmedizin und dem Institut für Klinische Molekularbiologie des UKSH entstanden. Studenten der Fachhochschule Kiel, die den Prototyp entwickelt hatten, wurden beim Healthcare Hackathon 2018 in Kiel dafür mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Mittlerweile haben sie sich mit dem Startup Tricode in die Selbständigkeit gewagt. „Durch den großen Mehrwert, den die neue App bietet, soll sie das Blutspenden noch attraktiver machen“, sagt Jonas Reinhardt, Geschäftsführer von Tricode.

Die Applikation steht im Playstore und im Appstore zum kostenlosen Download bereit. Um die Daten empfangen zu können, muss bei der Blutspende im UKSH zunächst das Einverständnis dazu gegeben werden.

Termine für die Spende an einem der drei Blutspendezentren des UKSH können über www.terminland.de/uksh unkompliziert und schnell gebucht werden. Die Öffnungszeiten der Zentren und weitere Informationen sind zu finden unter www.uksh.de/blutspende 
 

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