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14:10 09.04.2021

Prof. Dr. Babak Moradi ist neuer Direktor für Orthopädie am UKSH, Campus Kiel Der Erhalt der Mobilität ist für unsere Patientinnen und Patienten ein zentraler Aspekt einer hohen Lebensqualität. Sich schmerzfrei bis ins hohe Alter zu bewegen und sportlichen Betätigungen nachgehen zu können, trägt entscheidend zum persönlichen Wohlbefinden und zur Gesamtgesundheit der Patientinnen und Patienten bei. Der Begriff Orthopädie hat seinen Ursprung im Altgriechischen und ist die Lehre vom „Aufrecht gehenden Kind“. Das Fachgebiet der Orthopädie ist eines der größten Fächer in der Medizin und umfasst die Kinderorthopädie genauso wie die Tumororthopädie und sämtliche Erkrankungen des Bewegungsapparates. Die Orthopädie hat das Ziel, angeborene Fehlbildungen und chronische Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates zu behandeln. Erkrankungen des Muskuloskelettalen Systems sind weltweit die führende Ursache von chronischen Schmerzen und körperlichen Funktionseinschränkungen und tragen entscheidend zum Verlust der Lebensqualität bei.

Arthrose ist eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen und betrifft weltweit über zehn Prozent der Bevölkerung. Die Beschwerden sind gekennzeichnet durch eine anhaltende und zunehmende Schmerzsymptomatik und einer Einschränkung der Mobilität. Entgegen der früheren Annahme, dass es sich bei Arthrose um eine sogenannte Verschleißerkrankung handelt, zeigt die aktuelle Forschung, dass Arthrose keine Abnutzungserscheinung ist, sondern ein chronischer Umbauprozess, bei dem alle Komponenten des Gelenkes betroffen sind. Dieser Umbauprozess führt zu einer Verminderung der Knorpelsubstanz, der Ausbildung von knöchernen Anbauten und einer Verkürzung der Kapsel und Bänder. All diese Komponenten können zu den klassischen Beschwerden beitragen und die Lebensqualität deutlich mindern.

Obwohl Arthrose nicht heilbar ist, können wir durch eine patientenindividuelle Therapie unter Einschluss von konservativen und operativen Maßnahmen bereits heute sehr gute Ergebnisse erreichen und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten deutlich steigern. Zusammen mit den Patientinnen und Patienten sollte im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes eine individuelle Therapie erarbeitet werden – mit dem Ziel, die Schmerzen zu beseitigen und die Mobilität der Patienten zu steigern. Hierfür sind konservative Maßnahmen wie ein individuell angepasstes Bewegungstraining und eine Ernährungsumstellung wichtige Bausteine. Wenn diese Verfahren ausgeschöpft, sind, können gelenkerhaltende arthroskopische Verfahren zur Anregung der Knorpelheilung und Maßnahmen zur Knorpeltransplantation zum Einsatz kommen. In fortgeschrittenen Stadien sind minimal-invasive Verfahren des Gelenkersatzes eine sehr bewährte Methode, um ein hohes Maß an Lebensqualität zurückzugewinnen und die volle Mobilität zu erreichen.

Die Gesamtheit dieser Maßnahmen erlaubt es uns bereits heute, zusammen mit den Patientinnen und Patienten eine individuelle Therapiestrategie zu erarbeiten und diese gemeinsam umzusetzen. Es ist jedoch entscheidend, dass wir bereits jetzt an neuen innovativen Therapien der Zukunft forschen, um die Patientenversorgung stetig zu verbessern.

Mehr dazu erfahren Sie in dem Online-Vortrag von Prof. Dr. Babak Moradi, am Dienstag, 13. April, von 18–19 Uhr, in dem er einen Einblick in die Risikofaktoren der Kniegelenksarthrose gibt und die Möglichkeiten der individuellen Versorgung durch minimal-invasive Verfahren aufzeigt.

Anmeldung und Auskunft: Mo., Di. u. Do., 9–15 Uhr, Mi. u. Fr. 9–12 Uhr, Tel. 0431/50010741 oder E-Mail an gesundheitsforum-kiel@uksh.de

Infos unter: www.uksh.de/gesundheitsforum
Die Zugangsdaten zum Online-Vortrag erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.

Prof. Dr. Babak Moradi ist neuer Direktor für Orthopädie am UKSH, Campus Kiel.

FOTO: UKSH, ILLUSTRATION: AG VISUELL - FOTOLIA
FOTO: UKSH, ILLUSTRATION: AG VISUELL - FOTOLIA

Als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist er spezialisiert auf die gelenkerhaltende Chirurgie und minimal-invasive Gelenkersatzoperationen. Seine klinische und wissenschaftliche Expertise erlangte er an der renommierten Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, welche er durch vielfache Auslandsaufenthalte in USA, Kanada und Australien vertiefte. Seinen Schwerpunkt im Bereich der Arthroseforschung und der Gelenkerhaltenden Chirurgie etabliert er in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am UKSH Campus Kiel.

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