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00:05 24.09.2021
Für die Mitarbeiter von Paketdienstleistern hat sich das Arbeitspensum mit dem boomenden Online-Handel stark erhöht. Für Rücksendungen nutzen viele Kunden inzwischen auch die Packstationen. FOTO: ANNE GOTHSCH

PLÖN. Der Internethandel boomt und erreicht in der Corona-Pandemie Rekordwerte. Wer da mal daneben gegriffen hat, schickt die Ware einfach zurück. Doch wer trägt die Kosten für die Rücksendung?

In den meisten Fällen gibt es ein Widerrufsrecht. Wenn die Rücksende-Bedingungen auf der jeweiligen Website nicht explizit angegeben sind, sollte sich der Empfänger der Ware die Widerrufsbelehrung durchlesen, um sich zu vergewissern, wer die Kosten der Rücksendung trägt.

Bis vor einigen Jahren war das der Verkäufer. Lediglich bei Produkten, deren Warenwert unter 40 Euro lag, konnte der Händler die Kosten auf den Käufer abwälzen, mintunter auch dann, wenn der Käufer nicht per Vorkasse bezahlt hatte. Inzwischen hat der Gesetzgeber das Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen – so der juristische Begriff – novelliert und damit auch die Regelung für Rücksendungen geändert. Unabhängig von einer Wertgrenze ist jetzt festgelegt, dass der Käufer für die Kosten der Rücksendung aufkommen muss. Darauf muss ihn der Verkäufer aber rechtzeitig vor Vertragsabschluss eindeutig hinweisen. Fehlt dieser Hinweis, muss der Verkäufer dem Käufer den Betrag für die Rücksendung erstatten.

Um der gesetzlichen Regelung zu entsprechen und zu gewährleisten, dass der Käufer die Kosten für den Rückversand übernimmt, muss der Verkäufer seine Widerrufsbelehrung zuvor allerdings sorgfältig und klar formuliert haben.

Allerdings übernehmen viele Online-Händler die Rücksende-Kosten freiwillig. Auch das ist dann in der Widerrufsbelehrung vermerkt. Mit dem neuen Gesetz wurde auch geregelt, wer bei einem Widerruf für die Versandkosten vom Händler zum Kunden aufkommt. Es gilt, dass der Verkäufer die Kosten der Zusendung tragen muss, es sei denn, der Versand erfolgt ausdrücklich gratis.

Schickt der Kunde also eine Ware zurück und bekommt den Kaufpreis erstattet, sollte er prüfen, ob auch die bezahlten Versandkosten erstattet wurden. Allerdings gilt die Kostenübernahmepflicht nur für den Standard-Versand. Wer sich bewusst für einen Express-Versand entschieden hat, wird wahrscheinlich auf den Mehrkosten sitzen bleiben. ago QUELLE: ERGO GROUP